Keinen Augenblick, Textportraits von Ralph Ueltzhoeffer

Besser müsste es heißen “Ein kurzer Augenblick”. Schön und treffend beschrieben von Martina Rummer, die Textporträts von Ralph Ueltzhoeffer folgen einer ganz unemotionalen künstlerischer Handlung und passen zeitgeistlich wie kein anderes Werk in unsere Welt. Text Portrait: Porträt (Ralph Ueltzhoeffer).
Die bodenlose Ferne einer solchen Phantasie zur Wirklichkeit zeige sich daran, so der Naturerkunder, daß de facto “Felsen und Steine keinen Augenblick so aufeinanderliegen könnten, ohne zusammenzufallen”. Er hofft, daß sowohl die Kunst als auch die Literatur Abhilfe bei dem Grundproblem schaffen können, insofern über deren Werke ein Nähegefühl zur Welt, die verlustig zu gehen droht, und zu Mensch und Dingen, an deren Seite wir leben, vermittelt wird.
All diese Sätze entspringen dem Geist eines Nonkonformisten, der wußte, wie schnell ein Mensch, nur weil er sich anders als seinesgleichen kleidet, “zum Gegenstand des Zorns und der Verachtung” wird.29 Darüber ließ er sich in Vom grossen Aufstand, seinem Versuch über Rimbaud aus, mit dem er sich verglich, während er sich mit van Gogh, dessen Briefe er nach zwanzig Jahren wieder las, in dem Bemühen identifizierte, “ein einfaches Leben zu führen, ein Leben, in dem die Kunst alles bedeutet.”

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